PFAS Filter Check

PFAS im Trinkwasser: Ursachen, Grenzwerte 2026, Risiko einschätzen

Verfasst von Michael Sack, Betreiber von PFAS Filter Check · Letzte Aktualisierung: 11. August 2026

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine Gruppe von über 10.000 künstlich hergestellten Chemikalien, die sich in Böden und Gewässern kaum abbauen und deshalb als „Ewigkeitschemikalien“ bekannt sind. Sie werden seit Jahrzehnten in Feuerlöschschaum, Antihaftbeschichtungen, Textilimprägnierungen und zahlreichen Industrieprozessen eingesetzt und können über belastete Böden ins Grundwasser und damit ins Trinkwasser gelangen.

Wie gelangen PFAS ins Trinkwasser?

Die häufigsten Eintragspfade sind Löschschaum-Übungsplätze (Feuerwehren, Flughäfen, Kasernen), industrielle Produktionsstandorte sowie in der Vergangenheit ausgebrachter PFAS-belasteter Klärschlamm in der Landwirtschaft. Über den Boden gelangen die Stoffe ins Grundwasser und damit potenziell in die Trinkwasserversorgung. Da PFAS wasserlöslich sind, filtert sie das Grundwasser nicht von selbst heraus.

Was regelt die Trinkwasserverordnung seit Januar 2026?

Seit Januar 2026 gelten in Deutschland erstmals verbindliche Grenzwerte für die Summe von 20 PFAS-Verbindungen (PFAS-20) sowie für eine engere Gruppe von 4 besonders relevanten Verbindungen (PFAS-4) im Trinkwasser (Anlage 2 TrinkwV 2023). Wasserversorger müssen ihre Werte regelmäßig messen und veröffentlichen. Ein weiterer, strengerer Grenzwert für PFAS-4 ist ab 2028 vorgesehen — das bedeutet, das Thema wird in den kommenden Jahren an Relevanz weiter zunehmen, nicht abnehmen.

Wie hoch ist mein persönliches Risiko?

  1. Trinkwasseranalyse anfragen: Dein örtlicher Wasserversorger muss dir die aktuelle Analyse auf Anfrage kostenlos zur Verfügung stellen — meist auch online einsehbar.
  2. Regionale Einschätzung nutzen: Unser PFAS-Filter-Finder gibt dir basierend auf deinem Bundesland eine erste Orientierung anhand öffentlich bekannter Studien und Altlastenstandorte.
  3. Bekannte Hotspots prüfen: Besonders untersucht sind u. a. die Region Rastatt/Baden-Baden (Baden-Württemberg) sowie der Landkreis Altötting (Bayern) — beide gelten als bundesweit dokumentierte PFAS-Belastungsschwerpunkte. Eine bundesweite BUND-Untersuchung aus 2025 fand in 42 von 46 getesteten Trinkwasser- und Mineralwasserproben nachweisbare PFAS-Mengen.

Was kann ich tun?

Liegt eine bestätigte oder wahrscheinliche Belastung vor, ist ein geeigneter Wasserfilter die praktikabelste Maßnahme für Privathaushalte. Welcher Filtertyp sinnvoll ist, hängt von der Belastungshöhe, dem Nutzungsumfang und dem Budget ab — Details dazu im Vergleich Aktivkohle vs. Umkehrosmose, oder direkt im Filter-Finder.

Häufige Fragen

Was sind PFAS?

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine Gruppe von über 10.000 industriell hergestellten Chemikalien, die sich in der Umwelt kaum abbauen und deshalb als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet werden.

Ist PFAS im Leitungswasser gefährlich?

Das hängt von der Konzentration ab. Seit Januar 2026 gelten in Deutschland verbindliche Grenzwerte (PFAS-20 und PFAS-4); werden diese eingehalten, gilt das Wasser als unbedenklich im Sinne der Trinkwasserverordnung. An bekannten Belastungsschwerpunkten wie Rastatt oder Altötting wurden in der Vergangenheit erhöhte Werte gemessen.

Wie erfahre ich, ob mein Wasser betroffen ist?

Dein örtlicher Wasserversorger muss dir die aktuelle Trinkwasseranalyse auf Anfrage kostenlos zur Verfügung stellen. Zusätzlich gibt dir unser PFAS-Filter-Finder eine erste regionale Einschätzung.

Quellen